Die Zellmembran ist die Hülle jeder lebenden Zelle. Sie trennt das Zellinnere von der Umgebung und ermöglicht gleichzeitig einen kontrollierten Stoffaustausch. Ihr wichtigster Baustein ist das Phospholipid — ein Molekül mit kompliziertem Namen, aber das aufgrund seiner besonderen Struktur der Schlüssel zum Verständnis der Funktion aller Biomembranen ist.
Ein Phospholipid besteht aus zwei chemisch sehr unterschiedlichen Bereichen:
1. Kopf (hydrophiler Teil, blau dargestellt)
Der Kopf setzt sich aus vielen polaren Bindungen (z.B. C-0-Bindungen) mit partiell geladenen Atomen zusammen. Eine Besonderheit ist ferner ein richtig positiv geladenes N-Atom und ein negativ geladenes O-Atom. Diese Ionenladungen entsprechen den Ladungen von einatomigen Ladungen, wie z.B. Na⁺ oder Cl⁻. Die partiellen Ladungen und vor allem die Ionenladungen machen diesen Molekülabschnitt eines Phospholipids gut wasserlöslich (hydrophil) — er kann Wasserstoffbrücken zu Wasser-Molekülen ausbilden.
2. Schwänze (hydrophober Teil, grün dargestellt)
Der Rest des Moleküls besteht aus zwei langen Alkylresten aus fast ausschließlich unpolaren C–H-Bindungen. Da diese Ketten keine polaren Gruppen besitzen, gehen sie keine Wechselwirkungen mit Wasser ein, jedoch London-Kräfte zueinander und zu den Alkylresten anderer Phospholipid-Moleküle — sie sind wasserabweisend (hydrophob).
Wegen dieser gegensätzlichen Bereiche nennt man Phospholipide amphiphil (griech.: amphi = beides; philos = liebend): ein und dasselbe Molekül besitzt gleichzeitig einen wasserlöslichen und einen wasserabweisenden Anteil.
Da die Phospholipide eine komplexe Strukturformel haben, werden sie in Skizzen und Simulationen überlicherweise vereinfacht dargestellt: Ein Kreis steht für den polaren, hydrophilen Kopf — die zwei "Schwänze"" für die unpolaren, hydrophoben Kohlenwasserstoffketten.
Diese scheinbar simple Doppelnatur hat eine erstaunliche Konsequenz: Phospholipide ordnen sich in wässriger Umgebung von selbst zu einer charakteristischen Struktur an — ohne äußere Energie. Dazu mehr auf der nächsten Seite.